von Simon ArgusHeute hat die Klimakonferenz in Kopenhagen begonnen - doch was erwarten wir eigentlich davon?
Was wäre ein Erfolg für die Klimakonferenz in Kopenhagen? Wenn sich alle Staaten auf möglichst drastische Reduktionen ihrer CO² Emissionen einigten? Leider bedeutet ein Versprechen eines Staates nicht, dass dieses auch so umgesetzt wird. Schon rein technisch ergeben sich große Probleme bei der Einhaltung der Klimaschutzziele - eine Frau Merkel oder ein Herr Sarkozy können natürlich versprechen den CO²-Ausstoß um 80% zu reduzieren - nur einhalten werden sie es wohl kaum können.
Das heißt nicht, dass das festlegen ambitionierter Ziele nicht wichtig ist. Aber es kann auf keinen Fall alles sein. Damit China seine CO² Emissionen verringert bedarf es der Hilfe anderer Staaten. Als Konsumenten sind wir schließlich hier in Europa für Chinas Emissionen mitverantwortlich. Gleichzeitig verfügen wir über Umwelt-Technologien, an denen es in vielen Schwellenländern fehlt. Es geht also um internationale Zusammenarbeit, Arbeitsteilung wenn man so will.
Deutschland beispielsweise hat viel Geld in Solartechnik investiert. Mit Steuergeschenken und Subventionen wurde diese zunächst ineffiziente Technologie gepäppelt um sie eines Tages tatsächlich konkurrenzfähig zu machen - konkurrenzfähig nicht gegen die Solartechnik anderer Staaten, sondern gegen andere Technologien - resourcenverschwendende und CO²-emittierende Technologien des vorigen Jahrhunderts. Aber es wäre nun falsch diesen Technologievorsprung - so teuer er auch war - nur den Deutschen zugute kommen zu lassen. Diese Technologie wird weltweit in einem gemeinsamen Kampf gegen den menschgemachten Klimawandel gebraucht. Hier geht es also auch darum, über den eigenen Schatten zu springen und die Chinesen, Inder, Brasilianer oder sonstwen eben doch in die eigenen Karten schauen zu lassen.Es geht also um handfeste Projekte der internationalen Zusammenarbeit. Technologietransfer ist aber nicht das einzige: Es bedarf internationaler Umwelt-Standards, damit die westlichen Industrien nicht mehr in Europa den Saubermann spielen können, während sie dafür in Afrika die Umwelt zerstören, da sie ihre schmutzigsten Produktionsstätten in Länder ohne Umweltgesetzgebung verlegen. Es geht in Kopenhagen nicht darum sich einmal zu treffen, neue Ziele zu definieren und dann wieder zu Hause allein weiter zu machen. Es geht vielmehr um eine neue übernationale Instanz, die dauerhaft und kontinuierlich an einem Wandel in der globalen Umweltpolitik arbeiten muss.
Die Skeptiker waren sich von Anfang an einig: Kopenhagen wird kein Erfolg. Deshalb waren vor Beginn der Konferenz warnende und pessimistische Töne weltweit zu hören. Nun hat beispielsweise Barrack Obama seine Pläne geändert und wird auch bei den wichtigen Abschluss-Verhandlungen am Tisch sitzen. Die Politik will diese Konferenz doch noch als einen Erfolg verkaufen - Obama setzt da ein Zeichen und auch die Bundesregierung gibt sich kämpferisch. Doch der Beobachter muss wachsam bleiben: Nicht alles, was am Ende als Erfolg verkauft wird, ist auch ein Erfolg: Die Einigung auf ambitionierte CO²-Reduktionen allein ist lediglich Augenwischerei. Es würde zwar die skeptischen Töne von vor der Konferenz widerlegen und damit um so positiver wirken. Würden wir uns aber damit zufriedengeben und danach die Sache auf sich beruhen lassen, wäre der Klimagipfel von Kopenhagen ein großer Misserfolg - eine Beruhigungspille, die uns erst spät erkennen lässt, dass Angela Merkel den CO²-Ausstoß nicht per Dekret reduzieren kann.Eine Karte mit den Brennpunkten des Klimawandels. Diese Karte soll im Laufe der Zeit erweitert werden um ein möglichst umfassendes Bild der Lage zu erzeugen.
Klima-Karte auf einer größeren Karte anzeigen













