Anfang Dezember wird die Handel-Macht-Klima-Karawane innerhalb einer Woche von der Ministerkonferenz der WTO in Genf zum UN-Klimagipfel in Kopenhagen ziehen. Die etwa 60 AktivistInnen aus Ländern des Südens wollen zeigen, welche Folgen neoliberale Globalisierung und Klimawandel auf ihr Leben haben. Sie wollen Alternativen zur Handelsliberalisierung und Privatisierung von Ressourcen suchen und auf diese Weise für andere Verhältnisse zwischen dem Norden und dem Süden kämpfen.
Als ich vor kurzem gebeten wurde, in der Geozentrale auf die Aktion hinzuweisen und ich mir die dazugehörige Infoseite ansah, kam ich ins Grübeln. Obwohl mir die Aktion generell absolut unterstützenswert erschien, hatte mich das Logo der Klima-Karawane misstrauisch gemacht. Symbolkräftig ist da ein alter VW-Bus zu sehen – nicht das neuere kantige Modell, sondern das alte, abgerundete, gemütliche, das wohl für immer für die Art von Freiheit stehen wird, wie die Hippies sie gelebt haben (oder noch immer leben).
Ohne die sozialen Errungenschaften der freiheitlichen Bewegung ab Ende der 1960er Jahre verleugnen zu wollen, war es eben dieser olle Spritfresser, der mir nicht mehr ganz up-to-date, nein eigentlich in höchstem Maße unangebracht, erschien.
Meine ersten Gedanken waren: Wie wollen Aktivisten ernst genommen werden, die Benzin verbrennen, um zum Klimagipfel zu gelangen? Sollten sie nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um dorthin zu gelangen ohne von fossilen Energieträgern abhängig zu sein? Wäre eine Karawane ohne Autos nicht viel glaubhafter und letztendlich wirksamer der Öffentlichkeit gegenüber?
Zugegeben, die ganze Strecke von Genf nach Kopenhagen mit dem Rad zurückzulegen ist in einer Woche kaum machbar. Man könnte jedoch demonstrativ Teile der Strecke radeln und den Rest mit der Bahn fahren. Jeder weiß: Öffentlicher Verkehr ist energieeffizienter, als motorisierter Individualverkehr – eine „Karawane“ in der Bahn wäre also ein klarer Appell an die Politik.
Ich muss allerdings eingestehen, dass die Deutsche Bahn ebenso mit fossilen Energieträgern angetrieben wird. „Mit 54 Prozent Kohlestrom, 32 Prozent Atomstrom und 14 Prozent Wasserkraft ist der Bahnstrommix umwelt- und klimaschädlicher als der Strommix in den öffentlichen Netzen.“ schreibt die Fraktion der Grünen im Bundestag und fordert in einem Antrag vom 11. Februar 2009 die Bundesregierung auf, den Bahnstrom bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.
Doch zurück zur Sache: Nach einigem Überlegen bin ich dann doch zu dem Schluss gekommen, dass ich den Aktivisten keine Vorwürfe machen kann. Sie sind nicht schuld daran, dass Bahnfahren hierzulande immer noch viel zu teuer und immer noch nicht frei von fossilen Energieträgern ist. So schmutzig sie auch sein mögen, was machen schon ein paar klapprige VW-Busse zwischen Millionen modernen, „verbrauchs- und emissionsarmen“ Fahrzeugen aus, die tagtäglich die Verkehrsadern der Erde durchströmen?
Wenn die Aktivisten physische Präsenz in Kopenhagen zeigen, davon bin ich überzeugt, wird das im Hinblick auf den Klimaschutz mehr nützen, als die nicht ganz einwandfreie Fahrt dorthin schadet. Die Schwierigkeit sich ohne fossile Energie fortzubewegen zeigt nur, wie viel wir noch verändern müssen.
Also an alle, denen es möglich ist sich der Karawane anzuschließen: auf nach Kopenhagen!
Hier die Route der Karawane:
1611930
Nähere Infos auf der offiziellen Seite: www.climatecaravan.org
Als ich vor kurzem gebeten wurde, in der Geozentrale auf die Aktion hinzuweisen und ich mir die dazugehörige Infoseite ansah, kam ich ins Grübeln. Obwohl mir die Aktion generell absolut unterstützenswert erschien, hatte mich das Logo der Klima-Karawane misstrauisch gemacht. Symbolkräftig ist da ein alter VW-Bus zu sehen – nicht das neuere kantige Modell, sondern das alte, abgerundete, gemütliche, das wohl für immer für die Art von Freiheit stehen wird, wie die Hippies sie gelebt haben (oder noch immer leben).
Ohne die sozialen Errungenschaften der freiheitlichen Bewegung ab Ende der 1960er Jahre verleugnen zu wollen, war es eben dieser olle Spritfresser, der mir nicht mehr ganz up-to-date, nein eigentlich in höchstem Maße unangebracht, erschien.
Meine ersten Gedanken waren: Wie wollen Aktivisten ernst genommen werden, die Benzin verbrennen, um zum Klimagipfel zu gelangen? Sollten sie nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um dorthin zu gelangen ohne von fossilen Energieträgern abhängig zu sein? Wäre eine Karawane ohne Autos nicht viel glaubhafter und letztendlich wirksamer der Öffentlichkeit gegenüber?
Zugegeben, die ganze Strecke von Genf nach Kopenhagen mit dem Rad zurückzulegen ist in einer Woche kaum machbar. Man könnte jedoch demonstrativ Teile der Strecke radeln und den Rest mit der Bahn fahren. Jeder weiß: Öffentlicher Verkehr ist energieeffizienter, als motorisierter Individualverkehr – eine „Karawane“ in der Bahn wäre also ein klarer Appell an die Politik.
Ich muss allerdings eingestehen, dass die Deutsche Bahn ebenso mit fossilen Energieträgern angetrieben wird. „Mit 54 Prozent Kohlestrom, 32 Prozent Atomstrom und 14 Prozent Wasserkraft ist der Bahnstrommix umwelt- und klimaschädlicher als der Strommix in den öffentlichen Netzen.“ schreibt die Fraktion der Grünen im Bundestag und fordert in einem Antrag vom 11. Februar 2009 die Bundesregierung auf, den Bahnstrom bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umzustellen.
Doch zurück zur Sache: Nach einigem Überlegen bin ich dann doch zu dem Schluss gekommen, dass ich den Aktivisten keine Vorwürfe machen kann. Sie sind nicht schuld daran, dass Bahnfahren hierzulande immer noch viel zu teuer und immer noch nicht frei von fossilen Energieträgern ist. So schmutzig sie auch sein mögen, was machen schon ein paar klapprige VW-Busse zwischen Millionen modernen, „verbrauchs- und emissionsarmen“ Fahrzeugen aus, die tagtäglich die Verkehrsadern der Erde durchströmen?
Wenn die Aktivisten physische Präsenz in Kopenhagen zeigen, davon bin ich überzeugt, wird das im Hinblick auf den Klimaschutz mehr nützen, als die nicht ganz einwandfreie Fahrt dorthin schadet. Die Schwierigkeit sich ohne fossile Energie fortzubewegen zeigt nur, wie viel wir noch verändern müssen.
Also an alle, denen es möglich ist sich der Karawane anzuschließen: auf nach Kopenhagen!
Hier die Route der Karawane:
Nähere Infos auf der offiziellen Seite: www.climatecaravan.org










